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Trinkbrunnen Hirschberger Stadtroute · die große Route · Cieplice

Trinkbrunnen

Eine Bronzeskulptur einer Wassernymphe auf dem Granitsockel des Brunnens in Cieplice; am Sockel ein Schild „ACHTUNG! WASSER 90 °C“, links eine Informationstafel des Kurbetriebs Cieplice über die heilenden Thermalwässer
Die Wassernymphe „Zdrój“ auf der granitenen Fassung. Das Schild am Sockel warnt vor der Wassertemperatur, die Tafel links nennt die Zusammensetzung.

Diese ganze Route erzählt vom Wasser – und dies ist der einzige Ort, an dem man es probieren kann. Zu Füßen einer gemeißelten Nymphe fließt aus drei steinernen Blüten Wasser, das aus einer Tiefe von 2002,5 Metern gefördert wird, mit einer Temperatur von 87 Grad. Am Sockel hängt ein Schild, das nichts beschönigt: ACHTUNG! WASSER 90 °C.

Wasser, nach dem man zwei Kilometer tief griff

Die Tafel des Kurbetriebs Cieplice, wenige Schritte von der Skulptur entfernt, nennt Zahlen, bei denen man innehalten sollte. Kristallklares Wasser mit 87 °C, gefördert aus 2002,5 Metern Tiefe. Die englische Fassung sagt es rundheraus: die heißesten Quellen Polens.

Im Vergleich mit der Marysieńka-Quelle zeigt sich der Maßstab des Fortschritts. 1853 bohrte man hier 167 Meter tief, und das war eine bahnbrechende Investition. Heute reicht die Fassung mehr als zwölfmal tiefer.

Das Wasser ist fluorid-silikatisch und schwach mineralisiert – es schmeckt also nicht nach Sole, führt aber Natrium, Kalzium, Kalium, Magnesium und Lithium mit sich, dazu Sulfate, Hydrogenkarbonate, Fluoride und Chloride sowie Metakieselsäure. Fluor und Kieselsäure, nicht die Temperatur allein, haben den Ruf von Bad Warmbrunn begründet.

Eine Nymphe, die Vögel ersetzte

Die Skulptur heißt „Wassernymphe ‚Zdrój'“ und steht hier seit Juni 2009. Geschaffen hat sie Maria Bor – eigentlich Maria Bor-Myśliborska, geboren 1932 in Warschau, Absolventin der Kunsthochschule in Sopot, gestorben 2020. Die Warmbrunner Nymphe gehört also zu ihren späten Arbeiten.

Sie zeigt eine halbnackte Frau mit offenem Haar und einem Blütenkranz; in der erhobenen Hand hält sie ein Tuch, das um die Hüften fällt. Das Wichtigste geschieht jedoch zu ihren Füßen: drei geöffnete Blüten, aus denen warmes Wasser fließt. Die Skulptur steht nicht neben der Fassung – sie ist die Fassung.

Eine Einzelheit, die etwas über diesen Ort sagt: die Nymphe ersetzte einen früheren Schmuck derselben Fassung, ebenfalls von Maria Bor, mit dem Titel „Vögel“. Dieselbe Bildhauerin kleidete denselben Wasserstrahl zweimal ein.

Die Anregung kam vom Vorstand des Kurbetriebs Cieplice, ausgeführt und größtenteils bezahlt hat es jedoch die Stadt Jelenia Góra.

Bevor Sie trinken

Das Wasser ist heiß – das Schild am Sockel warnt vor neunzig Grad, die Unterlagen der Fassung nennen siebenundachtzig. Der Unterschied spielt in der Praxis keine Rolle: bei solchen Temperaturen ist Aufrunden vernünftig.

Der Kurbetrieb gibt auch eine Regel an, die man ernst nehmen sollte, denn das ist kein Tafelwasser: ein Glas täglich, nüchtern, eine halbe Stunde vor dem Essen. Und ein Satz, den man nicht überspringen darf: bei manchen Erkrankungen muss eine Trinkkur ärztlich begleitet werden.

Die Tafel führt die Wirkungen auf: stark wärmend, verhindert die Kristallisation von Harnsäure und die Bildung von Nierensteinen, harntreibend, erhöht die Mineralisierung der Knochen, wirkt antibakteriell und beugt Karies vor. Das ist eine Angabe des Betreibers der Fassung, kein Rat von mir – und bei einem Wasser dieser Zusammensetzung lohnt es, daran zu denken.

Drei verschiedene Wasser auf einer Route

Auf dieser Strecke lassen sich drei ganz verschiedene Dinge leicht verwechseln, denn alle sind nass und alle sollen heilen.

Thermalwasser zum Trinken – das aus diesem Brunnen. Aus über zwei Kilometern Tiefe gefördert, heiß, schwach mineralisiert, fluorid-silikatisch. Man trinkt davon ein Glas.

Thermalwasser zum Baden – dieselbe Wasserfamilie, die Therme und Behandlungshäuser des Kurorts nutzen und um die es in achthundert Jahren Geschichte dieses Ortes ging: darin zu baden.

Sole im Gradierwerk an der Kamienna – und das ist eine andere Sache. Ein Gradierwerk braucht stark salzhaltiges Wasser, und das Warmbrunner ist ausgesprochen salzarm. Das Aerosol, das man dort atmet, hat mit dem Wasser aus diesem Brunnen nichts zu tun.

Wenn also jemand in Cieplice von „unserem Wasser“ spricht, lohnt die Nachfrage, welches gemeint ist.

Was „fluorid-silikatisch" heißt

Der Name auf der Tafel klingt wie aus einer Betriebsanleitung, sagt aber etwas Einfaches: in diesem Wasser steckt wenig Salz, dafür viel Fluor und Kieselsäure.

Das ist eine seltene Verbindung, und sie – nicht die Temperatur allein – hat den Ruf des Kurorts begründet. Die Tafel führt in der Zusammensetzung auch Lithium auf – ein Element, das in Mineralwässern selten vorkommt – sowie Metakieselsäure, also die Form, in der Kieselsäure im Wasser auftritt.

Der Kurbetrieb verbindet mit dieser Zusammensetzung konkrete Wirkungen: von der Wirkung auf die Knochen über die Vorbeugung von Nierensteinen bis zum Schutz vor Karies. Das ist eine Angabe des Betreibers, kein Rat – und bei einem Wasser dieser Zusammensetzung ist es wichtig, wer wie viel davon trinken darf.

Wo das liegt

Der Brunnen steht am westlichen Zugang zum Plac Piastowski von der ul. Cieplicka, auf der Route kommt man also zwischen dem Norwegischen Pavillon und der ehemaligen Klosteranlage vorbei – am Weg, ohne Umweg.

Häufige Fragen

Darf man aus diesem Brunnen trinken?

Ja, es ist eine Fassung von Heilwasser. Der Kurbetrieb empfiehlt ein Glas täglich, nüchtern, eine halbe Stunde vor dem Essen. Bei manchen Erkrankungen sollte eine Trinkkur ärztlich begleitet werden.

Wie heiß ist das Wasser?

Die Tafel des Kurbetriebs nennt 87 °C, das Schild am Sockel warnt vor 90 °C. So oder so – es ist kochend heiß.

Woher kommt dieses Wasser?

Aus einer Bohrung von 2002,5 Metern Tiefe. Es sind die heißesten Thermalwässer Polens.

Wer hat die Nymphe geschaffen?

Maria Bor (Maria Bor-Myśliborska), im Juni 2009. Die Skulptur ersetzte ihre frühere Arbeit „Vögel“, die dieselbe Fassung schmückte.

Ist dieses Wasser salzig?

Nein. Es ist schwach mineralisiert und fluorid-silikatisch – ganz anders als die Sole im Gradierwerk an der Kamienna.