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Marysieńka-Quelle Hirschberger Stadtroute · die große Route · Cieplice

Marysieńka-Quelle

Bad Warmbrunn heilte mit Wasser lange bevor jemand tief danach greifen konnte. 1853 wurde hier eine Bohrung auf 167 Meter niedergebracht – so entstand eine Quelle, die heute den Namen der Königin Marysieńka Sobieska trägt, obwohl sie die ersten hundert Jahre ganz anders hieß. Neben der Quelle gibt es heute eine Ausstellung darüber, wie in dieser Stadt über Jahrhunderte behandelt wurde.

Die Bohrung, die den Maßstab veränderte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stützte sich der Kurort auf das, was von selbst aus der Erde kam. 1853 wurde eine Bohrung bis 167 Meter niedergebracht, und das war ein Wechsel der Qualität: statt auf den natürlichen Austritt zu warten, griff man nun nach dem Wasser.

Eine Einzelheit, die etwas über die Kurpraxis sagt: heute nutzt man einen Brunnen von 24,6 Metern Tiefe, der im oberen Teil jener Bohrung liegt. Die Investition des 19. Jahrhunderts arbeitet also weiter, nur flacher als geplant.

Warum Marysieńka

Der heutige Name ist nicht der ursprüngliche. Die Bohrung hieß zuerst „Ludwigs Quelle“. Der Name der Königin kam nach dem Krieg auf und verweist auf ein Ereignis von mehr als dreihundert Jahren zuvor: 1687 hielt sich Königin Marysieńka Sobieska mit zahlreichem Hofstaat in Warmbrunn auf.

Es war einer jener Besuche, durch die man von Warmbrunn auch außerhalb Schlesiens hörte. In derselben Reihe der Kurgäste stehen der litauische Großkanzler Albrecht Stanisław Radziwiłł, Johann Wolfgang Goethe, der preußische König Friedrich Wilhelm III. mit seiner Frau, John Quincy Adams, Hugo Kołłątaj, Józef Wybicki und Izabella Czartoryska.

Der nach 1945 vergebene Name wählte aus dieser Liste eine polnische Königin – ein deutlicheres Beispiel dafür, wie die Nachkriegsbenennung in einer deutschen Stadt polnische Anknüpfungspunkte suchte, findet man kaum.

Der Hirsch, der ein Bad nahm

Bevor jemand bohrte, gab es eine Legende – und an einer Quelle gehört sie erzählt, denn sie erklärt die halbe Stadt.

1175 jagte Herzog Boleslaw der Lange in den umliegenden Wäldern und verwundete einen Hirsch. Das Tier floh, und der Herzog traf es später an einer warmen Quelle wieder, wo es – dank jenes Wassers – wieder zu Kräften gekommen war. Zur Erinnerung daran soll er an dieser Stelle eine Kapelle Johannes des Täufers errichtet haben, die Vorgängerin der Kirche, die einige Dutzend Meter von hier steht.

Beachten Sie, wer der Held dieser Geschichte ist. Ein Hirsch – dasselbe Tier, das ins Wappen von Hirschberg gelangte und das heute als neunundzwanzig Hirschlein in der Stadt steht. Die Legende von der Entdeckung der Warmbrunner Wasser und der Name der Stadt wachsen aus derselben Wurzel.

Wer dieses Wasser vor der Bohrung trank

Die erste sichere Erwähnung von Warmbrunn stammt von 1261: in einer Urkunde übergab Herzog Boleslaw der Kahle, genannt Rogatka, Warmbrunn den Augustinern. Zwanzig Jahre später ersetzten sie die Johanniter, von Herzog Bernhard von Löwenberg geholt, und 1403 brachte Gotsche II. Schoff – der Stammvater der Schaffgotsch – die Zisterzienser aus Grüssau hierher.

Alle diese Orden verbindet eines: sie nutzten diese Wasser zur Heilung. Die Kur in Warmbrunn ist also älter als jedes Gebäude, an dem man auf dieser Route vorbeikommt – älter als das Lange Haus, als das Palais, als beide Kirchen.

Eine formale Kuriosität zum Schluss: den Status eines Kurorts erhielt Cieplice erst 1975. Achthundert Jahre Praxis und erst dann das Papier.

Das heißeste Wasser Polens

Es lohnt zu wissen, warum überhaupt gebohrt wurde. Die Warmbrunner Thermalwässer sind die heißesten Polens: in flachen Fassungen erreichen sie bis 37 °C, in tiefen Bohrungen bis 87 °C.

Dabei sind sie schwach mineralisiert, aber reich an Fluor und Kieselsäure – und genau diese Zusammensetzung, nicht die Temperatur allein, hat den Ruf des Kurorts begründet. Marysieńka ist eine von dreizehn Fassungen, die in Cieplice in Betrieb sind.

Diese Zahlen erklären den ganzen Rest der Route: Kloster, Palais, Abthaus, Theater und Park entstanden um etwas, das unter der Erde hervorkommt.

Die Ausstellung: wie hier behandelt wurde

An der Quelle arbeitet die Historische Ausstellung „Marysieńka-Quelle“, gewidmet der Geschichte der Kurbehandlung in Warmbrunn. Es gibt Exponate und Tafeln, man kann einen Dokumentarfilm über die Geschichte des Kurorts sehen und vor allem die Quelle selbst – was in der Praxis heißt: man sieht eine arbeitende Fassung und kein Modell.

Das Objekt wurde revitalisiert, Ausstellung und Film entstanden mit Hilfe einer EU-Förderung. Die Ausstellung ist für Besucher zugänglich; Einzelheiten prüft man am besten vor Ort.

Drei Punkte der Route im Umkreis von hundert Metern

Die Ausstellung steht im Hof des Langen Hauses, in demselben frei zugänglichen Raum, aus dem man das Naturkundemuseum im ehemaligen Kloster sieht. Es ist der dichteste Abschnitt der ganzen Route: das älteste weltliche Gebäude des Kurorts, die naturkundlichen Sammlungen und die Quelle – alles in Sichtweite.

Wer in Cieplice eine Stunde hat, sollte sie hier verbringen: Hof, Ausstellung, Museum, und auf dem Weg die Johannes-der-Täufer-Kirche und das Palais.

Häufige Fragen

Wie alt ist die Marysieńka-Quelle?

Die Bohrung entstand 1853, sie ist also über hundertsiebzig Jahre alt. Sie reichte 167 Meter in die Tiefe.

Woher kommt der Name?

Er erinnert an Königin Marysieńka Sobieska, die sich 1687 in Warmbrunn aufhielt. Früher hieß die Bohrung „Ludwigs Quelle“.

Wie heiß ist das Wasser in Cieplice?

In flachen Fassungen bis 37 °C, in tiefen Bohrungen bis 87 °C – es sind die heißesten Thermalwässer Polens.

Was ist in der Ausstellung zu sehen?

Die Geschichte der Warmbrunner Heilkunde: Exponate, Tafeln, ein Dokumentarfilm und die Quelle selbst.

Wo liegt das?

Im Hof des Langen Hauses, an der ul. Ściegiennego, neben dem Naturkundemuseum.