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Bad Warmbrunn (Cieplice) – Sehenswürdigkeiten des Kurorts

Der verschneite Piastowski-Platz in Bad Warmbrunn bei Nacht, mit beleuchtetem Weihnachtsbaum
Der Piastowski-Platz in Bad Warmbrunn im Winter – der Weihnachtsbaum am Eingang zum Kurpark.

Bad Warmbrunn (polnisch Cieplice Śląskie-Zdrój) ist der Kurstadtteil von Jelenia Góra (Hirschberg) und einer der ältesten Kurorte Polens. Hier entspringen die wärmsten Thermalquellen des Landes, und um sie herum ist alles gewachsen, was man heute besichtigt: das barocke Schaffgotsch-Schloss, zwei Parks, ein Museum im ehemaligen Kloster, zwei historische Kirchen und die Therme.

Heiße Quellen – die wärmsten Polens

Die Warmbrunner Wässer sind thermal, schwach mineralisiert und fluorid-silikatisch, ihre Temperatur erreicht 86 °C – die höchste Wassertemperatur in Polen. Sie gaben dem Ort seinen Namen: das polnische „Cieplice", das deutsche „Warmbrunn" und das mittelalterliche Clarus Fons bedeuten schlicht warme oder klare Quelle. Wie ein Herzog sie auf der Jagd entdeckt haben soll, erzählt eine eigene Sage.

Acht Jahrhunderte Kurort

Die erste gesicherte Erwähnung stammt von 1281, als Herzog Bernhard von Löwenberg das Land an der warmen Quelle den Johannitern aus Striegau schenkte. 1403 entstand hier eine Propstei der Zisterzienser aus Grüssau, die vier Jahrhunderte blieben. Von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1945 gehörte die Herrschaft der Familie Schaffgotsch, die nach der Säkularisation von 1810 auch die Verwaltung des Bades übernahm. Das Stadtrecht erhielt Warmbrunn erst 1935; eigenständige Stadt blieb es bis zum 2. Juli 1976, dann wurde es nach Jelenia Góra eingemeindet.

Das Schaffgotsch-Schloss

Das größte Bauwerk des Stadtteils steht am Piastowski-Platz (einst Schlossplatz): das Schaffgotsch-Schloss, errichtet 1784 bis 1809 im Übergangsstil vom Barock zum Empire. Heute beherbergt es eine Außenstelle der Technischen Universität Wrocław (Breslau). Es prägt den Platz, an dem die meisten Spaziergänge durch den Kurort beginnen – und von dem aus der Warmbrunner Spazierweg seine Kilometer zählt.

Der Piastowski-Platz – ein 360°-Panorama

Der Piastowski-Platz ist das Herz des Kurorts: das Schaffgotsch-Schloss, der Eingang zum Kurpark und die Häuserzeile ringsum. Unten können Sie sich an einem Winterabend umsehen – es ist ein voller Kreis, drehen Sie den Blick in jede Richtung.

360-Grad-Panorama des Piastowski-Platzes in Bad Warmbrunn in einer Winternacht, mit beleuchtetem Weihnachtsbaum Panorama wird geladen…

Zwei Kirchen

Die katholische Propsteikirche Johannes der Täufer entstand 1712–1714 als Kirche der Zisterzienserpropstei. Gegenüber, auf der anderen Seite des Platzes, steht die evangelische Kirche von 1774–1779 – ein Andenken an die Zeit, als Kurgäste beider Konfessionen zum Wasser kamen.

Naturkundemuseum im Kloster

Im Nordflügel der ehemaligen Klosteranlage an der Cieplicka-Straße residiert das Naturkundemuseum, das den sanierten Bau seit 2013 nutzt. Seine Bestände sind aus der gewaltigen Sammlung der Schaffgotsch hervorgegangen, die seit dem 16. Jahrhundert zusammengetragen wurde – heute rund 30.000 Insekten, tausend präparierte Vögel, Muscheln, Mineralien und Fossilien. Das Museum selbst besteht seit 1954, aus der Zeit, als Warmbrunn noch eine eigene Stadt war.

Kurpark und Norwegischer Park

Der Kurpark wurde bereits 1713 angelegt, 1796 umgestaltet und im 19. Jahrhundert erweitert. In ihm stehen ein Pavillon vom Ende des 18. Jahrhunderts, eine Konzertmuschel und die einstige Wandelhalle Kursaal aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, heute das Kurhaus „Edward". Daneben liegt das Kurtheater von 1836, in dem heute ein Animationstheater spielt. Jenseits des Flusses erstreckt sich der zweite Park – der Norwegische Park von 1906 mit dem hölzernen Norwegischen Pavillon aus demselben Jahr.

Die Therme

Die jüngste Attraktion ist die Therme Termy Cieplickie, eröffnet am 24. März 2014 – Becken mit Thermalwasser direkt am Kurpark. Der einfachste Weg, buchstäblich in das einzutauchen, wofür Bad Warmbrunn berühmt ist, und ein guter Plan für Regentage.

Was es sonst noch gibt

Über dem Stadtteil erhebt sich der Scholzenberg mit seinem Aussichtsturm und einem Riesengebirgs-Panorama. Um Bad Warmbrunn herum führt der Warmbrunner Spazierweg – ein Rundweg von 10,6 km durch Parks, über Hügel und an einem alten Steinbruch vorbei. Und im Stadtteil selbst stehen drei Hirschlein des Pfads: Ciepliczanka i Zdrój, Lalkarz und Norwidek.

Bad Warmbrunn und der Kamm des Riesengebirges vom Turm auf dem Scholzenberg
Bad Warmbrunn im Hirschberger Tal, dahinter das Riesengebirge – der Blick vom Turm auf dem Scholzenberg.

Häufige Fragen

Was kann man in Bad Warmbrunn sehen?

Das Schaffgotsch-Schloss am Piastowski-Platz (heute eine Universitäts-Außenstelle), den Kurpark mit Konzertmuschel und dem Kurhaus „Edward", den Norwegischen Park mit dem Norwegischen Pavillon, die Propsteikirche Johannes der Täufer und die evangelische Kirche, das Naturkundemuseum im ehemaligen Zisterzienserkloster sowie die Therme Termy Cieplickie. Über dem Stadtteil steht der Aussichtsturm auf dem Scholzenberg.

Wie heißt Bad Warmbrunn heute?

Cieplice Śląskie-Zdrój. Der polnische Name Cieplice Śląskie Zdrój – heute mit Bindestrich, Cieplice Śląskie-Zdrój – wurde 1946 eingeführt; in einer Quelle von 1318 erscheint der Ort als Cheplevode. Alle Namen bedeuten dasselbe: warme Quelle.

Wie warm sind die Thermalquellen in Bad Warmbrunn?

Bis zu 86 Grad Celsius – die höchste Wassertemperatur in Polen. Die Wässer sind thermal, schwach mineralisiert und fluorid-silikatisch.

Seit wann gehört Bad Warmbrunn zu Jelenia Góra (Hirschberg)?

Seit dem 2. Juli 1976. Zuvor war es eine eigenständige Kurstadt und noch früher ein Dorf der Familie Schaffgotsch.

Wie alt ist der Kurort Bad Warmbrunn?

Die erste gesicherte Erwähnung der warmen Quelle stammt von 1281, der Kurort ist also über sieben Jahrhunderte alt. Die Sage verlegt die Entdeckung noch weiter zurück, auf das Jahr 1175 und eine Jagd Herzog Boleslaus’ des Langen.