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Scholzenberg (Góra Sołtysia) – der Aussichtsturm über Bad Warmbrunn

Der gemauerte Kaiser-Friedrich-Aussichtsturm auf dem Scholzenberg mit Schutzhütte

Der Scholzenberg – poln. Góra Sołtysia, auch Strzelecka – ist ein niedriger, aber außergewöhnlich aussichtsreicher Hügel über Cieplice (Bad Warmbrunn) in Jelenia Góra. Auf seinem Gipfel (434 m) steht ein historischer gemauerter Aussichtsturm mit einem der schönsten Panoramen des Hirschberger Tals – das Riesengebirge mit der Schneekoppe und zu Füßen ganz Cieplice und Jelenia Góra. Dennoch ist er ein wenig bekannter Ort, ideal für einen kurzen Familienausflug.

Wo der Scholzenberg liegt

Der Berg erhebt sich über dem Kurstadtteil Cieplice Śląskie-Zdrój (Bad Warmbrunn), auf dem Gebiet des einstigen Dorfes Malinnik, im westlichen Teil der Lomnitzer Berge am Rand des Hirschberger Tals. Der Gipfel liegt auf 434 m (etwa 50°51′N, 15°42′E). Es ist ein mehrgipfeliger Granithügel mit sanftem Anstieg, sodass der Aufstieg kurz und angenehm ist.

Die Namen: Scholzenberg, Sołtysia, Strzelecka

Der deutsche Name Scholzenberg (auf der Tafel vor Ort auch Schultheißberg) bedeutet wörtlich „Berg des Scholzen" – Scholze und Schultheiß sind alte Wörter für den Dorfschulzen. Daher das polnische Góra Sołtysia. Der zweite, von Einheimischen gebrauchte Name Strzelecka geht auf einen einstigen Schießstand am Berg zurück. Auf tschechischer Seite heißt er mitunter Starostova hora.

Der Kaiser-Friedrich-Turm

Der restaurierte gemauerte Kaiser-Friedrich-Turm auf dem Scholzenberg

Schon im 18. Jahrhundert stiegen Kurgäste aus dem nahen Bad Warmbrunn auf den Gipfel, um die Aussicht zu genießen. Zu ihrer Bequemlichkeit entstanden 1808 eine kleine Gaststätte und der erste hölzerne Aussichtsturm, 1850 ein weiterer aus Holz. 1895 ersetzte sie ein solider, fünfgeschossiger gemauerter Turm von 16 Metern Höhe, zu Ehren Kaiser Friedrichs Kaiser-Friedrich-Turm genannt. Nach Jahrzehnten der Blüte verfiel der Turm, doch 2022 wurde er – im Rahmen eines Bürgerhaushalts – gründlich restauriert und wieder für Besucher geöffnet.

Einstiges geselliges Leben: Restaurant, Kegelbahn, Schießstand

Der Scholzenberg war einst ein beliebtes Ausflugs- und Vergnügungsziel. Neben dem Aussichtsturm gab es ein Restaurant mit Tanzsaal, eine Kegelbahn und den erwähnten Schießstand. Die Bewohner von Bad Warmbrunn und die Kurgäste verbrachten hier gern ihre Freizeit, und der Berg war einen Großteil des Jahres belebt.

Sprungschanze und Wintersport

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert verwandelten sich die Hänge des Scholzenbergs im Winter in ein Wintersportgebiet. Hier gab es einen Skihang und eine kleine Sprungschanze – heute sind davon praktisch keine Spuren geblieben. Manche Quellen erwähnen auch einen beleuchteten Hang und einen Skilift, was sich jedoch nicht zweifelsfrei bestätigen ließ.

Das Panorama: Riesengebirge, Cieplice und Jelenia Góra

Vor allem der Aussicht wegen lohnt der Aufstieg. Von der Turmplattform öffnet sich ein weites Panorama des Riesengebirges – bei klarem Wetter sieht man den Kamm mit der Schneekoppe (1603 m) bestens. Zu Füßen des Berges liegen ganz Cieplice und Jelenia Góra, dahinter die umliegenden Sudetenketten. Direkt neben dem Turm gibt es zudem einen natürlichen Aussichtspunkt auf einer Felsformation, „Panorama" genannt.

Anfahrt zum Scholzenberg

Am bequemsten startet man in Bad Warmbrunn – ein kurzer Spaziergang bergauf führt durch den Wald direkt zum Gipfel. Ideal für einen Familienausflug, den man mit dem Kurort sowie den Warmbrunner Hirschlein des Hirschlein-Pfads und der Sage von den heißen Quellen verbinden kann.

Häufige Fragen

Wo liegt der Scholzenberg (Góra Sołtysia)?

Er erhebt sich über Cieplice (Bad Warmbrunn) in Jelenia Góra (auf dem Gebiet des einstigen Dorfes Malinnik), im westlichen Teil der Lomnitzer Berge am Rand des Hirschberger Tals. Sein höchster Gipfel misst 434 m.

Woher kommen die Namen Sołtysia und Strzelecka?

Der Name stammt vom deutschen Scholzenberg, dem „Berg des Scholzen" (Scholze = Dorfschulze). Der zweite Name, Strzelecka, geht auf einen einstigen Schießstand am Berg zurück.

Wie ist die Geschichte des Turms auf dem Scholzenberg?

Die ersten hölzernen Aussichtstürme entstanden 1808 und 1850, und 1895 ersetzte sie ein gemauerter, fünfgeschossiger Turm von 16 m Höhe – der Kaiser-Friedrich-Turm. Nach Jahren des Verfalls wurde er 2022 aus einem Bürgerhaushalt restauriert.

Gab es hier eine Sprungschanze?

Ja. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gab es an den Hängen einen Skihang und eine kleine Sprungschanze sowie ein Restaurant mit Tanzsaal, eine Kegelbahn und einen Schießstand. Heute sind von der Schanze praktisch keine Spuren geblieben.

Was sieht man vom Turm auf dem Scholzenberg?

Ein weites Panorama des Riesengebirges mit der Schneekoppe und zu Füßen des Berges ganz Cieplice und Jelenia Góra sowie die umliegenden Sudetenketten. Einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt.